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Die Wäscherei der Wertachtal-Werkstätten feiert Eröffnung nach

30.06.2022
Seit Mai 2021 gibt es in der Poststraße in Marktoberdorf – ehemals Betten Karle – den Verkaufsladen und die Wäscherei der Wertachtal-Werkstätten.

Nun konnte endlich die offizielle Eröffnung in einem feierlichen Rahmen nachgeholt werden: Mit dem Nachbarschaftsfest der Wäscherei in der Jahnstraße. Mit dabei waren Geschäfte aus der Nachbarschaft und Kooperationspartner der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren, sodass ein buntes Nachbarschaftsfest zustande kam – bis heftige Gewitterschauer das Fest vorzeitig beendeten.

Werkstattleiterin Dagmar Rothemund dankte zu Beginn in ihrer Rede allen, die zum Entstehen der Wäscherei beigetragen haben. Sie stellte u. a. die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Vermieterin Martina Karle heraus. Wo einst Betten Karle lange seinen Sitz hatte, entstand durch die Unterstützung des Bezirk Schwaben sowie umfangreichen Umbauarbeiten die heutige Wäscherei mit Verkaufsladen. Rothemund hob all diejenigen hervor, die daran ganz maßgeblich beteiligt waren: Das Bauamt, viele interne Kräfte der Wertachtal-Werkstätten und Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren - wie Wolfgang Neumayer und Klaus Prestele vom Lebenshilfe-Vorstand bzw. der Geschäftsführung, die langjährige Wäscherei-Mitarbeiterin Barbara Guggenmoos, der technische Leiter Erwin Kirchdorfer sowie der heutigen Wäscherei-Leiter Sebastian Nutz, der viel „Power reingebracht“ habe.

Wenn man bedenke, so Dagmar Rothemund, dass zehn Prozent der Bevölkerung eine Behinderung habe, sollte es normal sein, dass man auch für alle sichtbar Teil der Gesellschaft ist. „Zumal ein Großteil davon nicht von Geburt an eine Beeinträchtigung hat. Es kann also jeden von uns jederzeit treffen.“ In Marktoberdorf sei die Sichtbarkeit nun seit einem Jahr besser möglich durch den zentralen Standort der Wäscherei. „Unsere Mitarbeiter fühlen sich richtig wohl, gleichzeitig kommen viel mehr Kunden und Interessierte vorbei. Besser hätten wir gar nicht angenommen werden können.“ Zuvor war die Wäscherei am Hauptstandort in der Johann-Georg-Fendt-Straße untergebracht. Da dieser aus allen Nähten platzte, suchten die Verantwortlichen schon lange nach geeigneten Räumlichkeiten in der Innenstadt.

Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Bezirksrätin Uschi Lax ließen in ihren Grußworten den Entstehungsprozess der Wäscherei Revue passieren. Beide seien froh, dass man jetzt an diesem Standort mitten in Marktoberdorf sei.

Ein Highlight der offiziellen Eröffnung war sicherlich der Auftritt der Band „worksoundmachine“ der Wertachtal-Werkstätten. Mit zwei eigens komponierten Rap-Songs („Heut feiert die Wäscherei“ und „Sommer in der Stadt“) zeigten die Musiker mit Spaß und Ironie, wie der Alltag in der Wäscherei und in Marktoberdorf aussieht. Neben Ständen der Wertachtal-eigenen Biomanufaktur und der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren präsentierte sich auch der Familienstützpunkt Marktoberdorf, die EUTB-Beratung, die Volkshochschule Ostallgäu-Mitte, Hörgeräte Zengerle/Riederer, die Firma Azero sowie die Gastronomen Café Greinwald und Café Muckefuck mit Info- und Mitmachständen bzw. kulinarischen Angeboten. Doch fielen die Auftritte der Flamenco-Tanzgruppe sowie der Technik-Workshop der VHS jeweils wortwörtlich ins Wasser, da kurz nach dem offiziellen Teil schwere Gewitterschauer das Fest vorzeitig beendeten. „Wir sind dennoch froh, dass wir endlich auch offiziell die Marktoberdorfer begrüßen durften und freuen uns weiterhin auf ein so tolles Miteinander hier in der Kreisstadt,“ so das Fazit von Dagmar Rothemund, Einrichtungsleiterin. Zumal mit dem neuen Wohnheim zentral auf dem Marktplatz – im ehemaligen AHA-Gebäude – Anfang 2023 ein weiteres Lebenshilfe-Projekt mitten in der Kreisstadt entstehe.

Weitere Infos unter www.lebenshilfe-oal.de

Bilder: Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren