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Sorge um Partnerorganisation in der Ukraine

24.02.2022
„Mit großem Entsetzen müssen wir heute zur Kenntnis nehmen, was in der Ukraine geschieht,“ zeigt sich Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren betroffen über das Kriegsgeschehen in der Ukraine.

Seit Jahren arbeiten die Lebenshilfe und die ukrainischen Organisationen „Dzvinochok“ (zu Deutsch: Glöckchen) und die Elterninitiative „Träume der besonderen Kinder“ eng zusammen. Die Ziele dabei sind vor allem ein gemeinsamer Schulterschluss für Inklusion, der Austausch von Fachkräften und inklusive Jugendprogramme, bei denen Begegnungen zwischen Kindern und Jugendlichen aus dem Ostallgäu und der Partnerregion Tscherniwzi in der Ukraine stattfinden. Im vergangenen Sommer konnte dank der Vermittlung des Europabüros des Bezirks Schwabens ein Kooperationsvertrag zwischen den drei Vertragspartnern  - staatliches Rehabilitationszentrum, Elterninitiative und Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren - geschlossen werden, um zukünftig ganz offiziell und noch professioneller zusammenarbeiten zu können. Zur Vertragsunterzeichnung reiste damals eine Abordnung der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren und des Bezirks Schwaben in die Partnerregion Tscherniwzi und kam vor Ort auch auf deren Wunsch hin mit der ukrainischen Regierungsverantwortlichen für die Belange von Menschen mit einer Behinderung, Tetiana Barantsova, zu intensiven Gesprächen zusammen.

Mit der Leiterin der Partnerorganisation, Ludmila Krestianikova, hatte Klaus Prestele heute Morgen bereits Kontakt. „Es sind große Ängste da und das Team vor Ort ist extrem verunsichert, wie die Entwicklungen weitergehen.“ Gerade im Krieg leiden die Schwächsten der Gesellschaft, und diese seien in der Ukraine vor allem die Menschen mit Behinderung, so der Lebenshilfe-Geschäftsführer.

Ihren Ursprung hat die Partnerschaft zwischen Lebenshilfe und den ukrainischen Organisationen durch einen Besuch ukrainischer Fachkräfte in Kaufbeuren, den das Europabüro des Bezirks vor Jahren organisierte. Diverse Gegenbesuche und Arbeitstreffen unter den Fachkräften der beiden Regionen ließen den Kontakt rasch enger werden. Derzeit absolviert etwa Stepan Kiselytsia aus der Partnerregion Tscherniwzi einen Freiwilligendienst in der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe in Kaufbeuren. Nächste Woche wird eine weitere ukrainische Freiwillige in Kaufbeuren erwartet. „Wir hoffen sehr, dass wir unsere Freunde bald wieder wohlbehalten treffen können.“

„Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine zeigen die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit als kleinen Mosaikstein des großen europäischen Gedankens,“ beschreibt Dr. Katharina Haberkorn vom Europabüro des Bezirks Schwabens die derzeitige Situation vor Ort in der Partnerregion. „Umso wichtiger ist die Unterstützung der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren und des Bezirk Schwabens für ihre ukrainischen Freunde.“

Die Mitarbeiter der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren und der Wertachtal-Werkstätten unterstützen die Projekte in der Partnerregion seit Jahren mit sog. Rest-Cent-Spenden der monatlichen Gehaltszahlungen. „Das sind monatliche Cent-Beträge, die viele unserer Mitarbeiter gerne für das internationale Projekt spenden. Denn die Situation von Menschen mit Behinderungen in der Ukraine ist in etwa vergleichbar mit der vor rund 50 Jahren hier in Deutschland. Einer Zeit also, in dem die Lebenshilfe gegründet worden ist,“ beschreibt auch Wolfgang Neumayer, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren, eindrücklich die Wichtigkeit des internationalen Austauschs.

Helfen Sie mit, zum Beispiel Versorgungsengpässe (Lebensmittel, medizinische Güter, Hygieneartikel) unserer Partnerorganisationen zu überbrücken und unsere Kooperation zu stärken. Wir danken Ihnen von Herzen!

IBAN DE48 7345 0000 0000 0147 95, Betreff: Ukraine
Sparkasse Kaufbeuren